UNFOLD
Ein interdisziplinäres Retreat für mentale Stärke und Gemeinschaft im Kulturbetrieb.
Viele Kunstschaffende stehen unter permanentem Leistungs- und Vergleichsdruck. Auf Hierarchie und Bewertung basierende Ausbildungsstrukturen verstärken oft den Eindruck, Wert und Zulassung nur durch äußere Anerkennung zu erreichen. Dies löst nicht selten Angstzustände, Blockaden, Versagensängste und Phasen der Mutlosigkeit aus. Existenzängste sowie der tägliche Kampf um Förderungen, Stipendien und Jobs spitzen die Ellbogen und schüren vergleichende Gedanken in einer ohnehin prekären Branche.
Die Erwartungen darüber, wie man als kreative Person zu sein hat, welche Wege als erfolgreich zählen und was gut genug ist – ob von außen herangetragen oder selbst initiiert – entfernen Kunstschaffende oft von einer leichten, wahrhaftigen Ausübung ihrer Arbeit. Sie stehen meist diametral dem gegenüber, was sich Kreative für sich selbst und für die Welt wünschen.
Das Projekt UNFOLD setzt genau hier an und stärkt das Vertrauen in die eigene künstlerische Praxis. Teilnehmende konfrontieren sich gemeinsam mit einschränkenden Annahmen sowie verletzenden Erfahrungen, lassen der Fantasie freien Lauf und erweitern den Kunstbegriff in Dimensionen, die zu unserer heutigen Welt passen. Das Format bietet Raum, um Strategien gegen Inspirationslosigkeit, Ablehnung, Angst und das Gefühl von Sinnlosigkeit zu entwickeln.
UNFOLD bestärkt Kunstschaffende darin, zu erfahren, dass genug Platz für alle da ist und jeder authentische Ausdruck zählt. Es schafft Vertrauen in Wege, die abseits ausgetretener Pfade verlaufen. Dabei führt der Ansatz gezielt heraus aus der Isolation der eigenen kleinen Parzelle: Die Teilnehmenden erleben sich als Teil einer tragenden Gemeinschaft – ob in der Kleingruppe, im Konzert oder als Gesamtgesellschaft – und verorten ihr Tun in einem größeren Kontext.
In Workshops zu Resilienz, Glaubenssätzen und kreativer Lebensgestaltung sowie durch körperorientierte Angebote wie Yoga, Meditation und Regulation des Nervensystems stiftet das Projekt genau das, was in der Kunstwelt oft zu kurz kommt: Ruhe, Ausrichtung und echte Gemeinschaft.



Projektbeteiligte:
Projektleitung: Magdalena Wohlfarth
Fotos: Magdalena Wohlfarth, Eugen Bauer
Logo: Lisa Becker