hands down

Taktile Objekte

Das Projekt hands down widmet sich der inklusiven Ausstellungsgestaltung, um blinden und sehbehinderten Menschen einen eigenständigen, haptischen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Initiiert von den Bildhauerinnen Lena-Elise Aicher und Antonia Nannt, setzt das Projekt an der Schnittstelle von Kunstvermittlung und Barrierefreiheit an. Im Zentrum steht die Entwicklung individuell gestalteter Tastobjekte, die als plastische Nachbildungen von Kunstwerken und Exponaten fungieren.

Diese taktilen Objekte eröffnen eine neue Dimension der Kunstvermittlung. Sie richten sich nicht nur an Menschen mit Seheinschränkungen, sondern schaffen zugleich einen erweiterten, multisensorischen Zugang für alle Besucher*innen. Insbesondere Kinder profitieren von dieser Form der Interaktion, die das rein visuelle Erleben im musealen Raum um eine erfahrbare Komponente ergänzt.

Die Herstellung der Tastmodelle verbindet traditionelles Handwerk mit innovativen Produktionsverfahren. Ein wesentlicher Faktor für das Gelingen ist die enge Zusammenarbeit mit blinden und sehbehinderten Expert*innen. Deren Wahrnehmung und Feedback fließen direkt in den Entstehungsprozess ein und entscheiden maßgeblich über die taktile Qualität, die Texturen und die finale Wirkung der Objekte.

Kulturelle Teilhabe wird bei diesem Projekt nicht als nachträgliches Zusatzangebot verstanden, sondern als fundamentaler Bestandteil moderner Kulturarbeit. hands down verbindet künstlerisches Wissen mit handwerklicher Präzision, um diesen integrativen Anspruch direkt im Kulturbetrieb zu verankern und Barrieren nachhaltig abzubauen.


Fotos: hands down